graphical abstract Z01 2025-2028

Das Service-Projekt Z01 stellt moderne Technologien zur Visualisierung von Engrammen für den SFB zur Verfügung. Darüber hinaus werden neurotrope Viren für die in vivo Analyse neuronaler Netzwerke produziert und transgene Mauslinien etabliert, die einen direkten interventionalen Zugang zu neuronalen Ressourcen der Kognition ermöglichen. Mit räumliche Transkriptomik wollen wir es den Mitgliedern des SFB ermöglichen, für die Gedächtnisbildung relevante zelluläre Genexpressionsmuster innerhalb von Hirnregionen zu untersuchen und gleichzeitig deren räumlichen Kontext zu bewahren.

Gruppenleitung

SFB 1436 Mitglied Thomas Nickl-Jockschat

Prof. Dr. Thomas Nickl-Jockschat

CRC 1436 Co-Spokesperson Michael Kreutz

Prof. Dr. Michael R. Kreutz

CRC 1436 PI Oliver Stork

Prof. Dr. Oliver Stork

Prof. Dr. Michael R. Kreutz

Michael R. Kreutz leitet die Forschungsgruppe „Neuroplasticity“ am Leibniz Institut für Neurobiologie sowie die Leibniz Gruppe „Dendritic Organelles and Synaptic Function“ am Zentrum für Molekulare Zellbiologie in Hamburg (ZMNH). Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Biologie der Synapse, inbsesondere befasst er sich mit grundlegenden Fragen zur Kommunikation zwischen Synapse und Zellkern. Dies schließt die Frage nach Rückkopplung zwischen Aktivitäts-abhängiger Genexpression und synaptischer Funktion sowie deren Auswirkung auf die Bildung zellulärer Engramme ein. Nicht zuletzt untersucht er, wie die Nano-Organisation von Synapsen deren funktionelle Eigenschaften im Kontext von Lernen und Gedächtnis bestimmt. 

Prof. Dr. Oliver Stork

Prof. Dr. Oliver Stork is head of the Department of Genetics & Molecular Neurobiology at the Institute of Biology at the Otto von Guericke University Magdeburg. His research is devoted to understanding molecular and cellular mechanisms underlying the formation and specification of emotional memories. His special focus is on the analysis of local circuit processes in the context of the formation of engram cell assemblies in the hippocampus. He will contribute his expertise in the establishment and integrative analysis of rodent models for behavioral and memory research to the CRC.

In addition to the SFB1436, Prof. Stork is a member of the Magdeburg Collaborative Research Center SFB854 and the German Center for Mental Health in Magdeburg, and serves as a spokesperson for various neuroscientific graduate schools, including the IRTG1436 (this program), the CBBS graduate program and the GRK2413 (deputy spokesperson).

Gruppenmitglieder

SFB 1436 Mitglied Rajeev Raman

Dr. Rajeev Raman

CRC 1436 member PingAn YuanXiang

Dr. Pingan Yuanxiang

Dr. Rajeev Raman

Rajeev Raman stammt ursprünglich aus Ranchi, Jharkhand, Indien. Er promovierte am Center for Cellular and Molecular Biology (CCMB), Hyderabad, Indien. Seit Januar 2016 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei NPlast, (Dr. Michael Kreutz Group, LIN, Magdeburg). Rajeev bringt viel Erfahrung und Kompetenz in der Proteinbiochemie in seine Arbeit ein.

Dr. Pingan Yuanxiang

Mein Name ist PingAn YuanXiang und ich habe meinen Abschluss in Shanghai, China, gemacht. Im Hauptfach habe ich Neurobiologie an der Fudan-Universität in Shanghai studiert und 2012 meine Doktorarbeit abgeschlossen.

Seit 2013 arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Nplast am LIN. Mein Fachgebiet ist die Elektrophysiologie, einschließlich Feldaufnahmen und Einzelzell-Patch-Clamp-Techniken, die ich auch mit zellbiologischen Techniken kombiniere. Mein Hauptinteresse gilt den molekularen Mechanismen der synaptischen Plastizität sowie den Alterungsregulatoren der Gehirnfunktionen.

Wie wird die Aktivität lokaler neuronaler Netzwerke visualisiert?

Z01 bietet den Mitgliedern des CRC eine Reihe von genetisch kodierten Werkzeugen, die aktivierte neuronale Ensembles aufspüren und markieren können, wie CaMPARI2, RAM und Dual e-GRASP. Einige dieser Methoden erlauben auch den Einsatz von opto- und chemogenetischen Werkzeugen, was den Forschern letztlich die Kontrolle über das Verhalten gibt.

Wie können globale neuronale Netzwerke dargestellt werden?

Ändert sich die neuronale Aktivität in einer bestimmten Hirnregion, so verändert sich auch die Blutversorgung für diese Region. Dieser, auch als neuro-vaskuläre Kopplung bekannter Mechanismus, kann mit der funktionellen Magnetresonanz-tomographie (fMRT) nicht-invasiv gemessen werden. Im gesamten Gehirn der untersuchten Tiere (Maus, Gerbil oder Ratte) werden Veränderungen in einzelnen hämodynamischen Parametern, wie Blutfluss /-volumen oder Blutsauerstoffsättigung, mit einer hohen räumlichen Auflösung (≤ 400 µm) gemessen. Sobald sich in unterschiedlichen Regionen die hämodynamischen Parameter gleichartig in einem bestimmten Zeitrahmen ändern (korrelieren), ist es wahrscheinlich, dass sich auch die dort vorhandenen neuronalen Aktivitäten ähneln, d.h. dass diese Neuronenpopulationen interagieren.

Wie kann man den Einfluss lokaler neuronaler Netzwerkaktivität auf globale neuronale Netze untersuchen?

Lokale neuronale Netzwerke können durch Manipulationen spezifischer Neurone innerhalb des Netzwerk mittels verschiedener molekularer Techniken beeinflusst werden.  So kann die Expression von DREADDs (Designer Receptor Exclusively Activated by Designer Drugs) oder Opsinen in bestimmten Neuronen gezielt die Aktivität in einem dazugehörigen lokalen neuronalen Netz (in einem bestimmten Zeitraum) verändern, z.B. durch die Gabe eines Aktivators für DREADDs oder durch Laserlicht-Stimulation der Opsine. Wenn solch eine Manipulation eines lokalen neuronalen Netzwerkes während einer fMRT Messung erfolgt, werden auch mögliche Veränderungen globaler neuronaler Netzwerke messbar. Das bedeutet, dass der Vergleich der fMRT Aktivierungsmuster vor und während der Stimulation der DREADDs oder Opsine zeigt, welche Interaktionen zwischen einzelnen Hirnstrukturen durch das moduliert lokalen Netzwerk reguliert werden.

Ziele unseres Projektes

In den einzelnen Teilprojekten des SFBs werden verschiedene zelluläre Mechanismen untersucht, die als neurale Ressource für kognitive Flexibilität dienen können und den potentiellen Transfer dieser Leistung von einer Aufgabe auf eine andere ermöglichen. All diesen Ansätzen ist gemein, dass sie über eine Modifikation lokaler Netzwerkeigenschaften vermittelt werden, die wiederum, um auch verhaltensrelevant zu werden, auch Veränderungen globaler Netzwerk-eigenschaften bedürfen. Daher bieten wir in diesem zentralen Projekt Methoden zur Identifizierung von Engrammzellen und ihren neuronalen Ensembles sowie Methoden zur Messung der Aktivität lokaler und globaler neuronaler Netzwerke an. Z01 fungiert als Plattform, auf der die teilnehmenden Labore von den etablierten Werkzeuge und dem gesammelten Fachwissen aller Nutzer profitieren können.

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Blick in die Zukunft

Das Zentralprojekt Z01 wird auch in Zukunft den SFB auf dem neuesten Stand der Technik halten, um die Aktivität neuronaler Netze im Zusammenhang mit neuronalen Ressourcen auf mikro-, meso- und makroskopischer Ebene zu kartieren. Darüber hinaus sollen die molekularbiologischen Techniken genutzt werden, um insbesondere neuronale Netzwerke zu identifizieren die für die Engrammbildung verantwortlich. Eine gezielte Aktivierung und damit auch eine genauere Charakterisierung dieser Netzwerke sollte ein besseres Verständnis für Mechanismen von neuronalen Ressource für kognitive Flexibilität ermöglichen.

Publikationen des Projektes Z01